Falu Gruva - die Kupfergrube von Falun
1 Gruvgatan Elsborg
UNESCO-Welterbe und bedeutend für Schweden: die Falu Gruva
Tief unter der Erde liegt der Ursprung von Falun: die Falu Gruva, eine der wichtigsten historischen Bergbaustätten Europas. Auch wenn Kupfer nur einen kleinen Teil der Rohstoffe, die hier gefördert wurden, ausmacht, ist die Grube doch genau deswegen bekannt. Wahrscheinlich schon vor mehr als 1000 Jahren wurde hier Kupfer abgebaut und damit nicht nur die Entwicklung Faluns, sondern auch die schwedische Wirtschaft und Politik maßgeblich beeinflusst. Zeitweise kamen 75% der weltweiten Kupferproduktion aus Falun. Heute ist die Grube Teil des UNESCO-Welterbes und eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten Dalarna.
Das Zentrum des Bergwerks ist Stora Stöten, das gewaltige Loch, das durch einen massiven Grubenbruch im Jahr 1687 entstand. Wie durch ein Wunder kam damals niemand ums Leben. Es war Midsommar und alle waren bereits früher nach Hause gegangen, um zu feiern. Die riesige Grube ist fast 100 Meter tief und vermittelt schon von oben einen Eindruck von den Dimensionen des Bergbaus. Ein Rundweg führt um den Krater herum. Spannender ist es aber, unter Tage zu wandern.
Bei einer geführten Grubentour, die zwar teuer, aber sehr zu empfehlen ist, geht es tief in das Bergwerk hinein. Eingekleidet in orangene oder gelbe Helme und Regenumhänge wackelt man wie eine Zwergenmannschaft durch dunkle, feuchte Stollen, an tiefen Schächten und imposanten, großen oder klaustrophobisch engen Felskammern vorbei. Dabei wird deutlich, unter welch extremen Bedingungen die Bergleute früher arbeiten mussten. Festes Schuhwerk und warme Kleidung sind empfehlenswert – unter Tage herrschen auch im Sommer konstant niedrige Temperaturen.
Hier unter Tage erfährst du auch mehr von der wundersamen Leiche des „Fetten Mats“, die hier gefunden wurde. Auf elchkuss.de erzähle ich diese Geschichte.
Auf dem Gelände gibt es außerdem das Gruvmuseet, in dem die Geschichte des Bergbaus, das Leben der Bergleute und die Bedeutung des Kupfers anschaulich erklärt werden.
Das Bergwerk ist seit den 1990ern stillgelegt. Kein Kupfer wird mehr gefördert. Doch nur wenige Meter neben dem Grubenmuseum steht eine Fabrik, die noch heute in Betrieb ist. Denn neben Kupfer ist die Grube für ein zweites Produkt sehr bekannt: Faluröd, das für Schweden so charakteristische Falunrot, mit dem unzählige schwedische Holzhäuser gestrichen werden, wodurch die Grube von Falun buchstäblich das Schwedenbild mitprägt. Die Farbe entsteht aus einem Nebenprodukt des Bergbaus. Darüber spreche ich auch in der Podcast-Episode über die Falu Gruva.
Für die Grube, das Museum und das Gelände rund um die Grube kann man gut und gerne einen ganzen, zumindest aber einen halben Tag einplanen. Für das Kulinarische ist dabei gesorgt: Sehr gut zu Mittag essen kannst du im Restaurant Geschwornergården. Und im Café Gjuthuset kannst du entspannt den Tag ausklingen lassen. Die Kuchenauswahl hier ist enorm.
Öffnungszeiten und Preise (Stand 2026):
Die Grube ist ganzjährig geöffnet, je nach Jahreszeit aber meist nur bis 16 oder 17 Uhr. Auf der Homepage der Grube findest du die Uhrzeiten für die Führungen (auf Schwedisch oder Englisch); die Grube kann nur im Rahmen einer Führung besucht werden.
Das Grubenmuseum ist im Sommer ebenfalls jeden Tag geöffnet, in der Nebensaison aber nur am Wochenende.
Es gibt Kombiticket für Grube und Museum oder du kannst nur das Museum besuchen (was ich aber nicht empfehle). Das Kombiticket kostet für einen Erwachsenen 260 Kronen, für ein Kind zwischen 3-15 Jahren 110 Kronen.



