
Döda fallet
181 Döda Fallet Bispgården
Ein toter Wasserfall
Was soll das sein? Ein toter Wasserfall?
Wenn du hier ein paar Kilometer südlich von Hammarstrand bist und den Ort besuchst, wird es sofort klar: Karge Felsen liegen umher, als haben sie eine Schneise durch den Wald geschlagen. Es sieht tatsächlich tot aus.
Vor 250 Jahren toste und tobte hier noch ein Wasserfall - Storforsen oder auch Gedungsen, wie die Lokalbevölkerung sagte. 35 Meter stürzte er in die Tiefe. Und heute? Nichts mehr. Nur noch die mächtigen Felsen, die einmal das Flussbett darstellen, türmen auch auf.
Flutkatastrophe von 1796
Oberhalb des Wasserfalls befand sich der langgezogene Ragundasee. Ende des 18. Jahrhunderts entstanden entlang der Küste und Flüsse zahlreiche Sägewerke, den Holz als Baustoff würde immer wichtiger. Wollte man aber Holz den Indalsälven über den Ragundasee flößen, musste das Holz auch den Storforsen hinunter, ging dabei aber oft kaputt.
Also baute man neben dem Wasserfall eine Rinne, über die das Holz geflößt werden konnte.
Die Rinne war fast fertig. Dann kam das Frühlingshochwasser, das im Jahr 1796 besonders stark war. Es durchbrach das letzte Hindernis und die Katastrophe nahm ihren Lauf: Innerhalb von nur vier Stunden entleerte sich fast der gesamte Ragundasjö, 300 Millionen Liter Wasser stürzten das Tal hinab, der Kanal wurde überspült und zum neuen Flusslauf. Dort, wo gerade eben noch der Wasserfall toste, wurde es still. Es gleicht einem Wunder, dass kein Mensch bei dieser Katastrophe gestorben ist.
Seitdem ist der Fall tot - Döda fallet. Dieser faszinierende Ort kann heute besucht und begangen werden. Ausgangspunkt ist das Besucherzentrum, das auch Freilichtbühne und Infopunkt für den Geopark ist. Es liegt direkt an der Straße 87.
Über Holzbrücken gelangt man auf das Gelände des Döda fallet und kann es so bequem entdecken. Der tote Fall ist im Prinzip das ganze Jahr über offen, wenn Schnee liegt, wird der Weg zum Infopoint aber nicht geräumt. Das Café hat nur im Sommer geöffnet.
Tipp: Wenn du schon hier bist, mach auch gleich einen Abstecher nach Hammarstrand. Der Ort befindet sich größtenteils dort, wo vor 250 Jahren noch See war.