Streichholzmuseum Jönköping

27 Tändsticksgränd Väster

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Tändsticksmuseet - Streichholzmuseum

Beim Namen Streichholzmuseum beginnen wahrscheinlich nicht alle Augen zu leuchten. Das klingt eher ziemlich langweilig und unbedeutend. Ein ganzes Museum über Streichhölzer? Wirklich?

Aber ja doch! Denn das Streichholzmuseum in Jönköping ist richtig interessant. Untergebracht ist es in einer alten Streichholzfabrik der Brüder Lundström. Die Streichholzindustrie war eine Zeitlang von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Weltwirtschaftskrise um 1930 eine der entscheidenden Industrien in Schweden und weltweit führend. Jönköping war die Stadt, die man am meisten mit Streichhölzern verband.

Das Sicherheitsstreichholz - eine Erfindung aus Schweden

Gegründet wurde die Firma 1844 von den Gebrüdern Lundström. Anfangs stellten sie Streichhölzer her, wie man es damals kannte: mit weißem oder gelbem Phosphor. Der war aber extrem giftig und zudem leicht entzündlich. Im gleichen Jahr wie die Gründung der Firma erfand der Chemiker Gustaf Erik Pasch eine neue Art von Streichhölzern: die Sicherheitsstreichhölzer. Sie nutzten den ungefährlichen roten Phosphor in der Reibefläche und sie entzündeten nur, wenn der Kopf gegen diese Fläche gerieben wurde.

1853 greifen die Brüder Lundström diese neuen Sicherheitsstreichhölzer auf. Sie entwickeln sie weiter, bringen die Reibfläche an die Seite der Streichholzschachtel an – so wie man das bis heute kennt -, und präsentieren ihr Produkt auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1855. Das wird nicht nur der Durchbruch für die Firma Jönköpings Tändsticksfabrik, sondern auch für das Sicherheitsstreichholz an sich. Fortan wird mehr oder weniger nur noch diese Art von Streichholz produziert.

Die Fabrik wird größer und ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. 1864 erfindet der Angestellte Alexander Lagerman die erste vollautomatische Streichholzproduktionsmaschine.

Ende des Ersten Weltkriegs ging die Firma in das riesige Streichholzunternehmen Svenska Tändstick AB des schillernden Unternehmers Ivar Kreuger aus Kalmar auf. Dieser kaufte alle Streichholzfirmen in Schweden und viele auf der ganzen Welt auf. In vielen Ländern erwirkte er ein Monopol auf den Verkauf von Streichhölzern. 1930 kamen etwa 60-70% der weltweiten Streichholzproduktion von dieser schwedischen Firma.

In der Weltwirtschaftskrise ging jedoch auch diese Firma unter und musste Bankrott erklären. Viele schwedische Streichholzfirmen mussten ihren Betrieb einstellen. Ivar Kreuger starb 1932, bis heute ist nicht geklärt, ob er Selbstmord beging oder nicht.

Ein Museum, das die Erfolgsgeschichte, aber auch die Schattenseiten zeigt

Diese spannende Geschichte kann im Streichholzmuseum in Jönköping nachvollzogen werden. In den originalen Hallen können verschiedene Maschinen, darunter auch die Weltneuheit von Lagerman, angeschaut werden. Das Museum geht aber auch auf die Schattenseite der Industrialisierung ein: das Leiden der Arbeiterinnen und Arbeiter, die an Phosphorvergiftung erkrankten und oftmals verstarben, das Ausnutzen von Kindern, die Mitte des 19. Jahrhunderts die Hälfte der Belegschaft ausmachten, aber nur einen Drittel des Lohns erhielten.

Anschaulich führt das Museum durch diese Phase der schwedischen Wirtschaftsgeschichte, anschaulich und lagom stor, wie man auf Schwedisch sagen würde. Es ist genau richtig groß, sodass man in ein bis zwei Stunden das Museum erkunden kann.

Öffnungszeiten und Preise (2026)

Das Museum ist ganzjährig geöffnet, von Anfang September bis Anfang Mai aber nur Di-So 11-15 Uhr. In der Hauptsaison Mo-Fr 10-17 Uhr und Sa+So 10-15 Uhr.

Erwachsene über 19 Jahre zahlen 100 Kronen. Kinder und Jugendliche sind frei. Kein Eintritt wird zudem in den Monaten Dezember und Januar sowie während der Winterferien, der Osterferien und der Herbstferien verlangt.