Ales Stenar

52 Killevägen Löderup


Ales Stenar - Das Stonehenge von Skåne?

 

Fährt man auf den Parkplatz von Kåseberga, ist man ein wenig irritiert: So ein großer Parkplatz in so einem kleinen und recht unscheinbaren Dorf? Aber der unscheinbare Schein trügt.

Vom Parkplatz gehen wir ein paar Minuten zu Fuß, es geht einen Hügel hinauf. Wir lassen das Dorf hinter uns zurück und nähern uns den vielen Paraglidern, die hier oben ihre Runden ziehen. Allein sind wir gewiss nicht. Wie Pilgernde marschieren unzählige Touristen den Weg entlang. Wir überqueren ein Kuhgatter, befinden uns nun auf einer Weide, weichen Kuhfladen auf und dann – hinter den Kühen – entdecken wir die ersten Steine. Mit jedem Schritt, den wir uns nähern, wird das Bild klarer: viele etwa eineinhalb bis zwei Meter hohe Felsbrocken, die in Form eines Schiffsrumpfs angeordnet sind. Wir haben die Schiffssetzung von Ales Stenar erreicht, eines der herausragendsten Zeugnisse der Vendelzeit in Schweden.

59 Steine sind es, die hier hoch oben über dem Meer in Schiffsform angeordnet worden sind. Die Schiffssetzung wird auf die Zeit zwischen 540 und 790 datiert, sie stammt also aus der ziemlich nebulösen schwedischen Vorzeit, die vor der Wikingerära liegt. Die Schiffssetzung hat gewaltige Ausmaße und misst 67 Meter in der Länge und 19 Meter in der Breite. Wozu sie diente, ist bis heute nicht gänzlich geklärt. Wahrscheinlich war es eine Grabstätte, auch wenn bisher noch keine Funde gemacht wurden, die dies beweisen. Auch könnte das Monument ein Sonnenkalender sein.

Unabhängig davon, was es nun ist, beeindruckend sind die Steine der Schiffssetzung allemal. Die Aussicht von oben würde sich lohnen, denken wir uns mit Blick auf die vielen Paraglider. Sie nutzen die Aufwinde, die durch die Klippen in der Region entstehen und gleiten entlang der Küstenlinie auf und ab. Aber uns fehlt die Zeit – und vielleicht auch der Mut, es zu wagen.

Stattdessen spazieren wir hinab zum kleinen Hafen, wo wir sehr guten frisch gefangenen Fisch essen und uns danach ein großes Eis gönnen.

Tipp: Auch hier unten gibt es einen Parkplatz, der aber in der Hochsaison rasch voll werden kann. Dann verstopft die kleine Straße, die zum Hafen hinunterführt. Es lohnt daher sehr, die Verkehrsschilder und eventuelle Hinweise der Parkanweiser nicht zu ignorieren und lieber oben zu parken. Auch wenn der Weg dann etwas weiter ist.

So haben auch die Einwohner von Kåseberga ihre Ruhe, jenem kleinen, unscheinbaren Dorf, das aber ein ganz besonderes ist.