Kebnekaise

Kebnekaise Kiruna Norrbottens län


Der höchste Berg Schwedens - der Kebnekaise

Der Kebnekaise ist der höchste Berg Schwedens, genauer genommen die Nordspitze. Darüber darf sich die Nordspitze aber erst seit wenigen Jahren freuen, denn bis 2020 war die Kollegin im Süden höher und galt als höchster Punkt Schwedens. Das ist nicht die einzige Besonderheit, mit der der Berg in Schwedens Norden aufwartet.

Die Besonderheiten beginnen bereits damit, dass der Kebnekaise, obwohl er 80 Kilometer Luftlinie von Kiruna entfernt ist, er sich noch innerhalb der Kommunengrenzen erhebt. Die Dimensionen hier oben im Norden sind einfach etwas größer.

Das Wort „Kebnekaise“ kommt aus dem Samischen und setzt sich aus „giebnne“ (=kittel = Kessel) und gájsse (=hög fjälltopp = hohe Bergspitze) zusammen. Der Name ist etwas rätselhaft, da der Kebnekaise überhaupt nicht kesselförmig ist. Manche mutmaßen daher, dass die Namensgebung auf einer Verwechslung beruht. Denn der nahegelegene Berg Tolpagorni, mit 1662m deutlich niedriger, sieht schon eher wie ein Kessel aus.

Wenn dem aber so ist und der Kebnekaise einen falschen Namen bekommen hat, dann bleibt die Frage, wie der Kebnekaise vor dieser Verwechslung hieß. Nannten die Samen Bassivaare – Heiliger Berg? Diese Theorie gibt es. Aber auch das wirft Rätsel auf, da der Berg nie von den Sami als heilig verehrt wurde. Trug er dennoch den Namen, weil er so hoch ist?

Schmelzende Rekorde

Die Unklarheiten beginnen also schon beim Namen. Wie gesagt, er ist ein besonderer Berg. Und ein Berg der Superlative, denn er ist nicht nur der höchste in Schweden. Das Kebnekaise-Massiv, das mehrere hohe Gipfel umfasst, beherbergt vierzig Gletscher und hat damit die höchste Gletscherdichte Schwedens. Freilich, das muss auch gesagt werden, schmilzt dieser Rekord in leider atemberaubender Geschwindigkeit. Eine Entwicklung, die den Kebnekaise sehr direkt betrifft.

Der höchste Berg Schwedens hat zwei Gipfel, den Nord- und den Südgipfel. Beide waren vor hundert Jahren noch von einem dicken Gletscher bedeckt. Diese Gipfelgletscher sind eine Besonderheit, denn alle anderen Gletscher in dieser Region sind Talgletscher. Der Gletscher auf dem Gipfel der Nordspitze verschwand bereits in den 1940er Jahren. Seitdem ist der Südgipfel die einzige Bergspitze in Schweden mit einem Gipfelgletscher – noch ein Superlativ.

Aber wie lange noch?

Aktuell steht man, wenn man die Südspitze des Kebnekaise erklommen hat (was die meisten machen, da der Nordgipfel deutlich anspruchsvoller ist), auf 2090 Metern über dem Meeresspiegel. Das ist zweifelsohne weit oben, auch wenn es im Vergleich mit den Bergen der Alpen niedrig klingt. Doch die Baumgrenze hier oben im Norden liegt viel niedriger, es wird also schon viel früher hochalpin. Aber vor hundert Jahren waren es noch 2120 Meter. Der Südgipfel wird niedriger, denn der Klimawandel setzt dem Gletscher heftig zu. Früher oder später wird er verschwunden sein, dann ist die Südspitze nur noch 2060 Meter hoch. Der Nordgipfel, der gletscherfrei ist, ist 2097 Meter hoch. Irgendwann zwischen 2015 und 2020 verlor der Südgipfel das Prädikat „höchster Punkt Schwedens“ und musste es an den Nordgipfel abgeben.