Kleva Gruva
1 Kleva gruva Holsbybrunn
Kleva Gruva
Die Anfahrt ist ein kleines Abenteuer. Bin ich hier wirklich richtig? Kann das noch der passende Weg sein? War irgendwo ein Wegweiser? Die Wälder von Holsbybrunn etwas östlich von Vetlanda in Småland sind weit und die Wege, die hindurchführen, oftmals klein und nicht asphaltiert. Auch auf dem Weg zum Trakt Forest Hotel, das sich nicht weit von hier befindet, kann es einem ähnlich ergehen.
Irgendwann kommt dann aber doch noch ein Wegweiser. Der Weg ist der richtige. Gleich darauf ist der Parkplatz erreicht und nach wenigen Gehminuten auch die Kleva Gruva. In dieser alten Grube wurde seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert Kupfer und Nickel abgebaut. Sonderlich hoch war die Qualität des Gesteins jedoch nicht, weshalb der Betrieb immer wieder stillgelegt wurde. Dabei lief die Grube mit Wasser voll. Im 19. Jahrhundert wagte der Bergrat Aschan einen neuen Versuch. Er ließ einen Stollen zur Entwässerung anlegen, den Aschanstollen. Das Kupfer war noch immer minderwertig, aber jetzt wurde Nickel entdeckt und das ließ sich einigermaßen gewinnträchtig abbauen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Betrieb aber endgültig einstellt.
Heute ist die Kleva Gruva eine Touristenattraktion. Zwei Kilometer der insgesamt sechs Kilometer langen Schächte sind begehbar. Durch den kalten, dunklen Aschanstollen geht man, geschützt durch Helme und Stiefel, ins Berginnere hinein. Nach etwa 250 Metern gelangt man in die Großgrube, deren Grund heute mit Wasser gefüllt ist. Von oben sickert durch das alte Einstiegsloch Licht hinein, was eine magische Stimmung hervorzaubert. Spannend ist auch der Dunkle Gang, ein etwa 100 Meter langer Stollen, der überhaupt nicht erleuchtet ist. Hier bekommt man in Ansätzen ein Gefühl dafür, wie es gewesen sein musste, hier zu arbeiten. Mehrere Schächte und Räume können erkundet werden. Für Kinder gibt es eine Schatzjagdkarte, sodass ihnen nicht langweilig wird – was in dieser Grube aber ohnehin unwahrscheinlich ist.
Am Ende geht es über mehrere steile Treppen hinauf zum Ausstieg.
Anschließend kann man noch gut eine Weile hier bleiben. Im Kiosk gibt’s Eis, Getränke und Kleinigkeiten zu essen. Auch ein kleiner Parcours hält die Kinder bei Laune. Ein schöner Ort – spannend, interessant und überhaupt nicht touristisch überstrapaziert.
Interessant: Die Betreiber bitten darum, für Einkäufe vor Ort Bargeld (!) dabeizuhaben, da das Internet meist sehr schlecht ist. Online-Tickets sollten daher bereits im Vorfeld gekauft werden, wenn noch Internet verfügbar ist.
Geöffnet ist die Grube meist von Mitte Mai bis Anfang Oktober, in der Hauptsaison von Mittsommer bis Ende August täglich, davor und danach nur an einzelnen Tagen.
Erwachsene 220 SEK, Kinder von 3-12 Jahren 120 SEK (Stand 2025).

