Kinnekulle

Kinnekulle Hällekis Västra Götalands län


Kinnekulle – eine unterschätzte Naturperle

Der Kinnekulle am südlichen Ufer des Vänern ist ein Natur- und Wanderparadies, aber nach wie vor eher ein unbekanntes. Die insgesamt 18 Naturreservate der Gegend gehören sicherlich zu denen in Schweden, die am stärksten unterschätzt sind.

Carl von Linné besuchte 1746 den Plateauberg und er staunte: „En plats ibland de märkvärdigaste i riket.” Dieser Ort, der also zu den merkwürdigsten im ganzen Land gehört, fasziniert nicht nur den großen Naturforscher. Mehrere Wanderwege laden Wanderer und Naturliebhaber ein, die fantastische Tier- und Pflanzenwelt rund um den Kinnekulle zu entdecken. Orchideen wachsen hier ebenso wie uralte Eichen. Der Boden ist kalkreich, sodass auch Alvar-ähnliche Regionen entstehen, etwas, was man sonst nur von Öland und Gotland kennt. Die magere Erde der Alvar bietet Orchideen ideale Bedingungen. Im Frühjahr blühen sie besonders schön auf der Österplana hed. Daneben locken lichte Laubwälder und tiefe Nadelwälder, Weiden und Wiesen und immer wieder öffnet sich der Blick über das Blau des Vänern, des größten Sees Schwedens.

Die reichhaltige Pflanzenwelt hat ihren Ursprung in der Besonderheit der Region, denn die Plateauberge sind uralt und bestehen aus Kalkstein, Sandstein, Schiefer und Diabas. Mehr über die Entstehung der Plateauberge findest du in diesem Artikel bei Elchkuss.

Ein empfehlenswerter Ort vor allem im Frühling ist das Naturreservat Munkängarna, denn hier blüht der Bärlauch in Hülle und Fülle, dass die ganze Luft davon erfüllt ist. Pflücken darf man ihn aber nicht.

Die Gegend rund um den Kinnekulle ist schon seit langem besiedelt. Im schwedischen Mittelalter war sie zentral. In der Kirche des kleinen Örtchens Husaby soll Olof Skötkonung, der erste christliche Herrscher Schwedens, getauft worden sein.

In der Nähe von Husaby ist Lasses Grotte einen Besuch wert. Ein äußerst spezieller Ort. Und keine wirkliche Grotte, sondern ein einfach gemauertes Haus, das an einen Felsen lehnt. Gebaut wurde es im 19. Jahrhundert von Lasse, einem sehr armen Menschen, der sich hier zusammen mit seiner Frau Inga niederließ und 30 Jahre lang hier lebte. Ein lost place der besonderen Sorte.

Neben Österplana hed, Munkängarna und Husaby ist auch eine Besteigung des Plateaubergs sehr empfehlenswert. Am höchsten Punkt, 263 Meter über dem Vänern, steht ein Aussichtsturm mit einer grandiosen Aussicht über den Vänern und Skaraborg.