Malmö

Malmö Skåne län SE


Malmö – Stadt der Gegensätze

Mit 340.000 Einwohner ist Malmö das Eingangstor nach Schweden. Wer über die Öresundbrücke nach Schweden fährt, kommt erstmal nach Malmö. Viele Fähren landen entweder direkt in Malmö oder wenige Kilometer südlich in Trelleborg an. Malmö ist für viele somit das Erste, was sie von Schweden sehen.

Malmö ist eine alte Stadt. Im 12. Jahrhundert wurde sie das erste Mal erwähnt, 1353 erhielt sie ihre Stadtrechte. Damals und noch bis ins Jahr 1658 war Skåne und damit auch Malmö aber Teil von Dänemark. Aus dieser dänischen Zeit stammen einige Gebäude, die bis heute stehen. Zum Beispiel der Dringenbergska Gården aus den 1430er Jahren, dem man sein Alter aber von außen nicht ansieht. Im nördlichen Teil der Innenstadt befindet sich die Sankt Petri-Kirche aus dem 14. Jahrhundert und etwas östlich davon mehrere sehr alte Gebäude wie das schön anzusehende Thottska Huset, Malmös ältestes erhaltenes Fachwerkhaus. 

Auch der quirlige Platz Lilla Torget wird von schönen alten Häusern umsäumt. Der Name sagt es schon, dieser Platz ist der „kleine“. Es gibt auch einen großen – Stora Torget – sowie den ebenfalls weitläufigen Gustav Adolfs Torg, doch der schönste ist der kleinste von ihnen. Am Lilla Torget trubelt es immer, im Sommer sind die Außenbereiche der Cafés und Restaurants voll besetzt. Lohnenswert ist zudem ein Abstecher in den Hinterhof des Hedmanska Gården am Südende des Platzes.

Alte Häuser, Schloss und viele Parks

Und dann ist da natürlich noch das Schloss Malmöhus, immerhin das älteste Renaissanceschloss des Nordens. Hübsch vom mit Wasser gefüllten Gräben umgeben, thront es noch heute am westlichen Ende der Innenstadt. Sonderlich einladend sieht es von außen nicht aus, doch der Besuch der dort untergebrachten Museen lohnt sich.

Die Altstadt, von einem Kanal umgeben, kann somit mit einem schönen Stadtbild, alten Häusern, gemütlichen Gassen auftrumpfen. Hier lässt es sich hervorragend bummeln, Essen gehen oder ausgehen.

Mit der Öresundbrücke schließt sich ein Kreis.

Lange Zeit waren die Kanäle um die Altstadt die Grenzen Malmös. Nachdem die Stadt an Schweden gefallen war, entwickelte sie sich zunächst auch nicht sonderlich weiter. Hohe Zölle hemmten den Handel mit Dänemark. Vom heutigen Boom der Region war lange Zeit nichts zu sehen. Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs Malmö wieder, da wurde Malmö an die Eisenbahn angeschlossen und der Schiffsverkehr über die Ostsee nahm an Fahrt auf. Anfang des 20. Jahrhunderts übersteigt Malmö die Grenze von 100.000 Einwohnern, 1960 sind die 200.000 überschritten, 2015 auch die 300.000er-Grenze. Seit der Einweihung der Öresundbrücke im Jahr 2000 ist Malmö eng an Kopenhagen herangerückt. Die Städte Malmö, Kopenhagen und Lund bilden das Herzstück einer äußerst dynamischen grenzüberschreitenden Metropolregion. Ein Stück weit schließt sich mit der Öresundbrücke der Kreis, denn Malmö war lange Zeit dänisch und ist jetzt wieder eng mit Dänemark verbunden.

Malmö zeigt heutzutage, dass es eine moderne Stadt ist. Neben den alten Gebäuden wachsen überall neue und architektonisch meist interessante Viertel empor. Bekannt ist der Turning Torso, ein Wohnhochhaus, das 190 Meter in die Höhe schraubt. Futuristisch, markant und weithin sichtbar.

Die größte Stadt Schonens ist zudem wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Täglich landen Fähren (Finnlines) von Travemünde an, wer über Dänemark mit dem Zug nach Schweden will, muss über Malmö fahren und kann von dort in alle möglichen Richtungen weiter, Malmö hat einen eigenen Flughafen und ist dank der Öresundbrücke nur einen Katzensprung vom international wichtigen Airport Kastrup / Kopenhagen entfernt.  

Es brummt also in Malmö. Aber es geht auch ganz ruhig und beschaulich. Denn Malmö gilt als parkernas stad, als Stadt der Parks. Besonders schön ist der Schlosspark mit seinen vielen Wasseranlagen. Von hier ist es auch nicht mehr weit bis zum Ribersborgsstranden, von wo aus man einen tollen Blick auf den Turning Torso hat. Etwas weiter im Süden befindet sich der Strand von Limhamn mit einem wunderbaren Blick auf die Öresundbrücke. Die Strände von Malmö sind okay, wer aber traumhaft schöne Strände mit feinem Sand sucht, der sollte lieber weiter in den Süden nach Falsterbo fahren.

Leben und Kultur in Malmö

Malmö selbst lebt weniger von den Stränden als vielmehr vom Leben und der Kultur in der Stadt. Gerade im Sommer sind die Außengastronomien auf dem Lilla Torget stets gut gefüllt, Straßen und Plätze sind belebt. Mehrere Museen wie das Moderna Museet oder das Museum im Malmöhus laden zu einem Besuch ein. Das große Highlight im Jahr steigt immer im August: das Malmöfestivalen – ein achttägiges Kulturfestival mit kostenlosen Konzerten in der ganzen Stadt. Mehr als eine Million Gäste werden Jahr für Jahr erwartet. Zig kleine Bühnen und einige große locken tausende Hörer und Feiernde an, es gibt Lesungen, Workshops, Meetings… Acht unglaublich intensive Tage.

Malmö ist eine Stadt der Kontraste und vielschichtig. Ja, die Stadt hat definitiv ihre unschönen Seiten. Aber sie bietet sehr viel: Geschichte, moderne Architektur, eine pulsierende Innenstadt, die Nähe zu tollen Stränden, Museen und mit dem Malmöfestivalen ein Kulturfest der Extraklasse.

Es lohnt sich also, zumindest für ein, zwei Tage zu bleiben.

 

Meine Tipps:

  • zum Übernachten: Scandic S:t Jörgen - nicht das schönste Hotel, aber einigermaßen erschwinglich und in bester Lage
  • zum Essen: Malmö Saluhall - weil es hier für alle etwas gibt, besonders gut für eine Kleinigkeit
  • für die Fika-Pause: Lilla Kafferosteriet - zwar im oberen Preissegment, untergebracht aber in einem schönen, alten Gebäude; man kann hier wunderbar draußen sitzen oder sich drinnen in den gemütlich eingerichteten Räumen aufhalten; mit selbstgeröstetem Kaffee.

 

Unterkünfte in Malmö: